| Kategorie: Technik Seminare nach Vereinbarung | |||
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nach Vereinbarung |
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Zielgruppen:
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Zielsetzung
Die Technische Zeichnung ist in der industriellen Fertigung ein zentrales Dokument und das wichtigste Kommunikationsmittel zwischen Konstruktion, Entwicklung, Fertigung, Einkauf, Vertrieb und Kunde. Sie beinhaltet die wichtigsten Informationen über ein technisches Produkt, ohne deren Hilfe eine funktionsgerechte und wirtschaftliche Fertigung nicht möglich wäre.
Zunehmende Arbeitsteilung, die Notwendigkeit der Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen, Globalisierung mit der Folge sich rasch verändernder Normen, Outsourcing, sowie zunehmend kürzere Entwicklungszeiten und die dringende Notwendigkeit zur Kostenreduktion, erfordern eine sichere Beherrschung aller relevanten Normen, welche die Qualität und Funktionalität eines Werkstücks festlegen.
Die in Technischen Zeichnungen angewandte Symbolik unterliegt heute weitgehend der internationalen Normung. Die Praxis zeigt jedoch, dass Technische Zeichnungen mitunter erhebliche Fehler aufweisen oder auf Basis längst nicht mehr gültiger Normen erstellt wurden.
Die Folgen sind unter anderem überhöhte Fertigungs- und Prüfkosten durch unnötig enge Toleranzen, schwer oder nicht montierbare oder gar funtkionsunfähige Produkte aufgrund einer nicht optimalen Tolerierung von Form, Lage und Oberfläche, unnötige Kommunikation und Abstimmungsbedarf zwischen Konstruktion bzw. Entwicklung, Fertigung und Qualitätssicherung.
Bei externer Fertigung stellt die Technische Zeichnung außerdem einen wesentlichen Vertragsbestandteil dar. Im Sinne einer ausreichenden Rechtssicherheit sowie der Prävention von Rechtsstreitigkeiten zwischen den Vertragspartnern (z. B. Zulieferbetrieben), sind daher die Kenntnis der wesentlichen Normänderungen und Ergänzungen sowie die sichere Anwendung und Interpretation der Zeichnungs-Symbolik von elementarer Bedeutung.
Berücksichtigt man letztlich, dass die Konstruktion und Entwicklung etwa 70 % der Kostenverantwortung für ein technisches Produkt trägt, dann wird verständlich, dass regelmäßige Normungsupdates ein wesentliches Instrument zur dauerhaften Kostenreduzierung und Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit darstellen.
Sie lernen in diesem Seminar:
- fehlerhafte, mehrdeutige und missverständliche Eintragungen in Ihren Technischen Zeichnungen, im Sinne der aktuellen internationalen Normung zu erkennen und sicher zu beseitigen,
- welche wesentlichen Normänderungen sich im technischen Zeichnungswesen im Zuge der fortschreitenden Umstellung auf internationale Normen ergeben haben und welche weitreichenden Änderungen hierdurch künftig zu erwarten sind,
- Maße in Technischen Zeichnungen richtig einzutragen und zu interpretieren (DIN EN ISO 14660), Maßtoleranzen zweckentsprechend auszuwählen und normgerecht zu kennzeichnen (z. B. ISO-Maßtoleranzcodierung und Allgemeintoleranzen für unterschiedliche Fertigungsverfahren) sowie Passungen sicher zu berechnen,
- die Grundlagen einer fertigungs-, funktions- und prüfgerechten Form- und Lagetolerierung wie zum Beispiel Tolerierungsgrundsätze, Interpretation der Symbolik auf Basis von DIN EN ISO 1101 (2008), sinnvolle Festlegung von Bezügen und Bezugssystemen sowie Allgemeintoleranzen für Form und Lage für verschiedene Fertigungsverfahren,
- die Bedeutung und die Anwendung der neuen Kenngrößen zur Oberflächenrauheit (DIN EN ISO 4287), deren normgerechte Eintragung in Technische Zeichnungen gemäß DIN EN ISO 1302, den Einfluss der Messbedingungen wie Tastsystem, Filterung und Wahl der Grenzwellenlänge auf den Oberflächenkennwert sowie wichtige Annahmekriterien für Oberflächen,
- die normgerechte Eintragung und Interpretation von Wärmebehandlungsangaben auf Basis der neuen DIN ISO 15787 einschließlich Auswahl und Tolerierung der erforderlichen Kenngrößen zur Charakterisierung des Wärmebehandlungszustandes, wie zum Beispiel Randschicht- oder Einsatzhärtungstiefe,
- die normgerechte Darstellung und Interpretation von Schweiß- und Lötverbindungen auf Basis von DIN EN 22553 sowie von Kantenzuständen gemäß DIN ISO 13715,
- welche Zeichnungsvereinfachungen auf Basis aktueller, internationaler Normen möglich und sinnvoll sind.
Das Seminar führt Sie auf anschauliche Weise, Schritt für Schritt in die aktuelle, internationale Zeichnungsnormung ein. Die Seminarinhalte werden anhand einer Vielzahl praxisgerechter Beispiele und Übungen veranschaulicht und vertieft. Eigene Fertigungszeichnungen dürfen zum Seminar gerne mitgebracht werden.
Programm
Normung
- Internationale, regionale und nationale Normung (DIN, DIN-EN DIN-EN-ISO und DIN-ISO), Rechtsverbindlichkeit und Annahmeverfahren
- Geometrische Produktspezifikation (GPS-Normen, ISO 14638)
Grundlagen
- Maßstäbe (DIN ISO 5455), Vordrucke (DIN EN ISO 5457) und Begriffe
- Schriftfelder (DIN EN ISO 7200) und Stücklisten
- Linienarten, -breiten, -gruppen (DIN EN ISO 128-20, -40, DIN ISO 128-24)
Darstellung in Ansichten (DIN ISO 128-30, -34, DIN EN ISO 5456-4)
- Projektionsmethoden 1 und 3, Pfeilmethode (DIN EN ISO 5456-2, DIN ISO 128-30)
- Teilansichten, sichtbare und verdeckte Kanten, Symmetrielinien (DIN ISO 128-34)
- Unterbrochene Teile, Lichtkanten, ebene Flächen, Einzelheiten, angrenzende Teile, Grenzdarstellungen
Schnittdarstellungen (DIN ISO 128-40, -44, -50)
- Voll-, Halb-, Teil-, Profilschnitt, Schnitt in parallel versetzten Ebenen
- Schraffurarten und deren Bedeutung
Normgerechte Maßeintragung in Technischen Zeichnungen (DIN 406-10, -11, -12, ISO 129)
- Funktions-, fertigungs- und prüfbezogene Bemaßung
- Parallelbemaßung, steigende Bemaßung, Koordinationsbemaßung
- Radien, Kugeln, Bögen, Neigungen, Verjüngungen, Kegel
- Schlüsselweiten (DIN 475), Werkstückdicken, Teilungen
- Freistiche (DIN 332), Gewindefreistiche und -ausläufe (DIN 76)
- Gewinde und Verschraubungen, Fasen und Senkungen
Maßtoleranzen und Passungen
- Interpretation eines Maßes, Geometrieelemente (DIN EN ISO 14660), dimensionelle Tolerierung (DIN EN ISO 14405)
- Allgemeintoleranzen für verschiedene Fertigungsverfahren (DIN ISO 2768-1 bzw. DIN EN ISO 8062-3 für Metallguss)
- Maßtolerierung durch Abmaße
- ISO-Maßtoleranzsystem (DIN ISO 286 und DIN EN ISO 286)
- Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassung, Passungssysteme, Passungsberechnungen
Einführung in die Form- und Lagetolerierung
- Unabhängigkeitsprinzip (DIN ISO 8015), Hüllprinzip (DIN 7167)
- Normgerechte Eintragung und Interpretation von Formtoleranzen gemäß DIN EN ISO 1011 und DIN ISO 1660 (Geradheit, Ebenheit, Rundheit, Zylinderform, Linien- und Flächenprofil)
- Bezüge und Bezugssysteme (DIN EN ISO 5459)
- Normgerechte Eintragung und Interpretation von Lagetoleranzen gemäß DIN EN ISO 1101 und DIN EN ISO 5458 (Parallelität, Rechtwinkligkeit, Neigung, Position, Symmetrie, Koaxialität, einfacher Lauf und Gesamtlauf)
- Allgemeintoleranzen für Form und Lage für verschiedene Fertigungsverfahren (DIN ISO 2768-2 bzw. DIN EN ISO 8062-3 für Metallguss)
Oberflächenrauheit
- Messtechnik (Tastschnittverfahren, Tastsysteme und deren Auswirkung auf die Erfassung von Gestaltabweichungen)
- Messbedingungen
- Filterung und Grenzwellenlänge (Gauss-Filter nach DIN EN ISO 11562, Sonderfilter nach DIN EN ISO 13565)
- Interpretation und Anwendung der wichtigsten Oberflächenkenngrößen nach DIN EN ISO 4287, Messstrecken
- Oberflächenkenngrößem und Filterung (2RC-Filter) nach zurückgezogenen DIN-Normen (DIN 4762, DIN 4768)
- Zuordnung der Oberflächenrauheit zu verschiedenen Fertigungsverfahren
- Normgerechte Zeichnungseintragung nach DIN EN ISO 1302 und Vergleich mit DIN ISO 1302 (zurückgezogen)
- Annahmekriterien für Oberflächen nach DIN EN ISO 4288 (16 %-Regel und Höchstwert-Regel)
Wärmebehandlungsangaben
- Wort- und Zustandsangaben (DIN EN 10052)
- Zeichnerische Darstellung von Wärmebehandlungsangaben nach DIN ISO 15787
- Kenngrößen wärmebehandelter Werkstücke (z. B. Randschichthärtungstiefe nach DIN EN 10328, Einsatzhärtungstiefe nach DIN EN ISO 2638), zweckmäßige Stufung und Grenzabweichungen
- Wärmebehandlungsbilder, Wärmebehandlungsanweisung und Wärmebehandlungsplan
Darstellung und Bemaßung von Werkstückkanten (DIN ISO 13715)
Schweiß- und Lötverbindungen (DIN EN 22553, DIN EN ISO 4063)
Zeichnungsvereinfachungen (z. B. DIN 6780, DIN ISO 6410-1)
Übungsbeispiele und Abschlussdiskussion
Weitere Informationen:
- 10% Rabatt für den zweiten und jeden weiteren Teilnehmer aus demselben Unternehmen.
- Eigene Fertigungszeichnungen dürfen zum Seminar gerne mitgebracht werden.
- Seminar kann auch als Inhouse-Schulung durchgeführt werden.
Leitung: Prof. Dr.-Ing. Volker Läpple
